Keine Angst, hierbei geht es nicht um Kaffee.
Jedenfalls nicht direkt. Es geht um das Maschinchen, aus dem unser Frühstückselixir herauskommt.
Ich kann euch nur sagen: Augen auf beim Kaffeemaschinenkauf.

 

Meine Kaffeemaschine hat Anfang Februar den Geist aufgegeben. Mein Vater bekam davon Wind und wollte mir was Gutes tun. Also besuchte er mich und hatte dabei eine neue unterm Arm. Hätte er das mal lieber nicht gemacht. Das Problem, wie sich später noch zeigen sollte: Es war die Hausmarke einer Drogeriekette – ich wusste nicht einmal, dass die auch Kaffeemaschinen herstellen.

Schon beim ersten Anschalten fiel ein ganz penetranter Plastikgeruch auf. Egal. Haben wir halt 2 weitere Male durchlaufen lassen. Der Geruch war zwar immer noch stark, aber wir dachten, dass ist wohl irgendwas am Kabel oder sonstwas. Nach 2 Tagen war der Geruch praktisch weg. Hat der Kaffee irgendwie penetrant geschmeckt? Ich fand schon etwas. Meine Eltern meinten, der würde einfach heißer brühen als die alte und das würde den Geschmack verändern (was ja theoretisch auch stimmt). 
Einige Tage später passierte mir etwas, das schon sehr lange nicht mehr vorkam. Ich bekam eine Halsentzündung. Seit ich mein Nahrungsergänzungsmittelprogramm fahre, stehe ich zwar ziemlich sicher gegen den Ansturm von Infektionen, aber gut… es war ja praktisch Winter. Auch Supplements machen einen nicht unverwundbar. Zum erstmal stutzig wurde ich, als ich nach einigen Tagen meine Tocotrienole ausgepackt habe. Eigentlich ist das ein echter Hammer, wenn man von Bakterien oder Viren gepiesackt wird, da es nämlich die beiden Arme des Immunsystems gleichzeitig stärkt: sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunantwort.  Doch anstatt böse Eindringlinge anzugreifen, fühlte sich das Vitamin E bei zwei voneinander unabhängigen Einnahmen eher so an, also würde es mich angreifen. Der ohnehin schon rote und mittelstark angeschwollene Rachen plusterte sich richtig auf, woraufhin ihn ein pelziges Gefühl gänzlich durchzog. Noch niemals vorher hatte ich eine negative Reaktion auf das Supplement. Es schien fast so, als würde mein Immunsystem zumindest im Rachen schon auf Hochtouren laufen und ein weiterer Immunboost sei kontraproduktiv.
Ich ließ das also vorerst weg und wartete darauf, dass die Entzündung endlich verschwindet. Eine Woche geht rum („mh, naja kann man wohl nichts machen“), die zweite Woche geht rum („oha, das hat mich ja übel erwischt“), die dritte Woche ging rum – und es ging mir nochmal schlechter als in Woche 1. Irgendwas stimmte hier nicht. Zusätzlich bemerkte ich Blutdruckschwankungen. Mal war der systolische Druck in Ruhe bei knapp 100, mal bei 140, was für mich sehr hoch ist.
Leider verging noch eine weitere Woche bevor ich es gecheckt hatte. Ich hätte wirklich früher drauf kommen müssen. Ihr ahnt es schon. Es war die vermaledeite Kaffeemaschine. Während ich schon die letzten zwei Wochen leicht skeptisch war, kam ich nach vier Wochen endlich auf die glorreiche Idee, einmal Wasser durch die Maschine laufen zu lassen, ohne vorher Kaffee in den Filter zu machen. Als das Wasser abgekühlt war, habe ich es verkostet und bereits der erste Schluck hat genauso geschmeckt, wie die Maschine am Anfang gerochen hat: Es hat widerlich nach Plastik geschmeckt. Da sieht man auch mal, was Kaffee für einen starken Geschmack hat. Dass er das übertünchen konnte…

 

Ab da war klar, was es mit der ominösen Halsentzündung auf sich hatte. Ich hatte mir Wochenlang ordentlich Weichmacher und andere Mini-Plastikteile in den Rachen geschüttet und darauf reagiert.
Dass ich so lange gebraucht habe, um auf die Ursache zu kommen, lag auch daran, dass einen Tag vor Ankunft der Giftmaschine etwas anderes passiert ist, das ich zunächst im Verdacht hatte, der Auslöser zu sein.
Also Freunde, passt auf was ihr euch für eine Kaffeemaschine ins Haus holt. Das kann nach hinten losgehen. Bei mir ging es aber langsam wieder bergauf, nachdem ich das Teil entsorgt hatte.