vitalkompendium

News aus der Welt der Orthomolekularmedizin

Magnesium transdermal dringt durch die äußerste Hautschicht!

Magnesium durch Fußbäder?

Wer sich die Welt der Nahrungsergänzungsmittel, der Orthomolekularmedizin, im Internet erschließt, der ist um einen Trend der letzten Jahre nicht herumgekommen: Magnesiumfußbäder.

Magnesium ist für unsere Gesundheit von herausragender Bedeutung. Nicht bloß, weil es ein essentieller Stoff ist, der an hunderten Prozessen im Körper mitwirkt. Denn es gibt noch ein paar Dutzend anderer Stoffe, die ebenfalls essentiell sind und bei einem Mangel unsere Gesundheit herunterziehen, wie ein Paar „Betonschuhe“ den Verräter in einem Mafiafilm auf den Grund des Flußes herunterzieht.
Von herausragender Bedeutung ist Magnseium viel mehr, weil im Gegensatz zu den meisten anderen Stoffen tatsächlich die Mehrheit der Menschen in Deutschland einen leichten bis moderaten Mangel an diesem Nährstoff hat.

Und deswegen profitieren so viele Menschen davon, wenn sie Magnesium supplementieren. Seien die Vorteile ein besserer, tieferer Schlaf, die Fähigkeit überhaupt zeitig in den Schlaf zu fallen, weniger Muskelkrämpfe oder ein fühlbares Abfallen des Stresslevels und der Anspannung – da Magnesium aufgrund seiner Wirkung maßgeblich für Entspannung verantwortlich ist.

Vor allem in den deutschen communities ist es sehr beliebt, statt auf herkömmliche Art eine Magnesiumpille zu schlucken oder sich beispielsweise Magnesiumcitrat in einem Glas Wasser aufzulösen, ein Magnesiumfußbad zu machen.

Dazu füllt man einfach eine Fußbadwanne ganz normal mit Wasser und gibt ein paar Teelöffel Magnesiumchlorid dazu. Et voilá, schon hat man ein Wasser, das zumindest Ähnlichkeit mit dem aus dem berühmten Toten Meer mit seinen sagenumwobenen Heilkräften hat. Denn auch darin findet sich ein hoher Magnesiumanteil.

Magnesium-Ionen durchdringen das stratum corneum!

Von Skeptikern wird die Sinnhaftigkeit von Magnesiumfußbädern seit Jeher vehement bestritten. Denn ihrer Theorie nach können positiv geladene Ionen (und das sind die Magnesium-Ionen im Fußbad) die äußere Hautschicht, das stratum corneum, nicht passieren.

Das hat den Magnesium-Ionen wohl noch keiner gesagt, denn, wie eine neue Studie zeigt, gehen die trotzdem einfach durch das stratum corneum hindurch:

Chandrasekaran et al.: Permeation of topically applied Magnesium ions through human skin is facilitated by hair follicles.

Man muss festhalten: Die Theorie, dass positiv geladene Ionen diese Hautschicht nicht durchqueren können, scheitert schlichtweg an der Realität. Es ist tatsächlich möglich.

Diese Studie ist geeignet, den Ton in der Debatte um die Wirksamkeit von transdermalem Magnesium deutlich zu verändern.

Doch das ist nicht das einzig Interessante an der Studie. Die Forscher haben nicht nur herausgefunden, dass es geht, sondern auch wie es geht. Denn das Magnesium sickerte nicht einfach so durch die intakte Haut: Maßgeblich erhöht wurde die Durchlässigkeit durch die Haarfolikel.

Folikel sind die in die Haut einmündenden Strukturen, die die Haarwurzel umgeben. Denn unsere Haare sind ja in der Hautoberfläche verankert. Durch eine clevere Methode konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass dort, wo die Haare in die Haut einmünden, ein Großteil des Magnesiums die Hautbarriere durchdringen kann. Der Nachweis ist ihnen gelungen, indem sie ein paar der Testhäute sorgsam mit einem Mikroskop abgesucht und jedes einzelne Folikel mit einer speziellen Substanz verstopft haben, sodass auf diesem Wege kein Magnesium durchdringen konnte. Der direkte Vergleich ergab, dass durch die Haut mit verstopften Folikeln wesentlich weniger Magnesium hindurch konnte.
Auch Schweißdrüsen stehen zumindest im Verdacht der Forscher, ein probates Einfallstor für die Ionen zu sein.

Weitere Erkenntnisse sind, dass je höher die Magnesiumkonzentration der Lösung war, umso mehr Magnesium die Hautschicht passierte (wenig überraschend) und dass die Durchlässigkeit stieg, je länger man die Haut dem Magnesium ausgesetzt hatte. Im Grunde ging es in der Studie erst nach einer Stude richtig los mit der Absorption.

Bevor den Skeptikern der Magnesiumfußbäder jetzt mit Fackeln die Tür eingetreten wird (manchmal wird diese Diskussion ja mit fast schon religiösem Eifer geführt…) möchte ich darauf hinweisen, dass das allein noch keine 100%ige Bestätigung für die Wirksamkeit der Fußbäder ist. Die Haut besteht nicht nur aus dem stratum corneum, sondern darunter noch aus einer Reihe weiterer Schichten.

hautaufbau-gross

Entnommen aus dem Wikipedia-Artikel: Haut

Die Preisfrage ist natürlich: Kann Magnesium auch durch die anderen Schichten durch, bis in unser Blut?

Interessant finde ich das oben verlinkte Bild, weil es nicht nur die Hautschichten darstellt, sondern auch zeigt, auf welcher Höhe ein Haar in der Haut verwurzelt ist und ab wann die Haut von kleinen Äderchen und Venen durchzogen wird.

Die Haarwurzel bzw. das Haarfolikel geht also bis an den untersten Rand der Dermis. Magnesium durchdringt die Hautschicht maßgeblich mit Hilfe der Folikel. Es ist naheliegend, dass die Magnesium-Ionen dann auch bis auf den Grund des Folikels gelangen – ein Bereich, der laut Bild mühelos von den Blutgefäßen erreicht werden kann. Nun, das muss ja auch so sein. Schließlich ist so eine Haarwurzel keine Zauberbohne und das Haar wächst nicht aus dem Nichts. Es braucht Nährstoffe, damit es wachsen kann, und die werden nunmal über die Infrastruktur des Körpers, die Blutgefäße, angeliefert.

Sehr gut denkbar, dass dann auch eine Nährstoffabgabe in die andere Richtung stattfindet, nämlich vom Folikel ins Blut. Angesichts der zahlreichen positiven Erfahrungen von Leuten, die Magnesiumfußbäder anwenden und damit typische Magnesiummangel-Symptome abklingen lassen, ist diese Schlussfolgerung wahrscheinlich sogar geboten.
Auf der anderen Seite gibt es einige, die eine orale Supplmentation deutlich zu spüren meinen, eine transdermale aber nicht.

Naja, vielleicht liegt es einfach daran, dass diejenigen, bei denen das Fußbad ganz besonders gut funktioniert, besonders behaarte Füße haben. Wer weiß.

In jedem Fall können wir dank der Studie zwei Faktoren festhalten, die bisher nie berücksichtigt wurden, die den Erfolg eines solchen Magnesiumbades aber womöglich drastisch steigern:

  1. Man sollte versuchen, so viel Haare – und damit Haarfolikel – wie möglich von der Magnesiumlösung umspülen zu lassen.
  2. Eine Dauer von 20 bis 30 Minuten pro Bad ist für manche Menschen vielleicht einfach zu kurz, um genügend Magnesium durch die Haut zu lassen.

– Gregor Bellinger

8 Kommentare

  1. Hallo Zusammen,

    Danke für den schönen Beitrag!
    Ich habe auch durchaus positive Erfahrungen mit Magnesiumchlorid gemacht. Vor allem bei der äußerlichen Anwendung hat es einen sehr entspannenden Effekt auf die Muskeln und Gelenke. Es lohnt sich definitiv es mal nach einem langen Tag auszuprobieren.
    Viele Grüße

  2. Kann man damit auch die Haare spülen?

    • Gregor Bellinger

      23. November 2016 at 17:49

      Hallo Ayla,
      machen kann man das definitiv. Einige Frauen haben berichtet, dass das Spülen mit einer Magnesiumlösung ihre Haare weicher macht. Allerdings kann ich zur kosmetischen Anwendung nichts weiter sagen.
      Möchtest du deinen Magnesiumspiegel im Blut hochbringen, wird das Haarespülen definitiv nicht die richtige Methode sein, denn zum einen ist das Kopfhaar so dicht, dass der Großteil des Magnesiums gar nicht die Haarwurzel auf der Kopfhaut erreichen wird, zum anderen wäre die Dauer nicht lang genug.
      So ein Fußbad geht ja ca. eine halbe Stunde, gerne auch länger.

  3. Hallo Zusammen,
    Wird das Magnesiumchlorid immer nur synthetisch hergestellt oder gibt es auch „natürliches“. LG Ingrid

    • Gregor Bellinger

      26. November 2016 at 11:53

      Die Frage, ob natürlich oder synthetisch, kann durchaus berechtigt sein – aber nur an der richtigen Stelle. Bei Vitaminen kann man darauf achten.
      Bei Mineralien wie Magnesium und Chlorid ist das allerdings nicht problematisch. Die sind immer „natürlich“. Da wird nichts im Labor zurecht gebogen.

  4. Also ich habe mit haarspülungen weniger gute Erfahrungen gemacht ..
    Sie werden trocken und der positive Effekt blieb aus ..
    Fußbäder mach ich 3 bis 4 mal die Woche plus ein Vollbad ..
    Jeweils mindestens 50 Minuten ..

    Ich finde es wahnsinnig effektiv und für mich gilt es schon lange als bewiesen 🙂

    Alles liebe
    Paula

Kommentare sind geschlossen.

© 2017 vitalkompendium

Theme von Anders NorénHoch ↑